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VERLORENE EHRE – Der Irrweg der Familie Sürücü

VERLORENE EHRE – Der Irrweg der Familie Sürücü

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Dokumentarfilm von Matthias Deiß und Jo Goll | Deutschland 2012 | 43 Minuten | FSK LEHR

Am 7. Februar 2005 wurde die Deutsch-Kurdin Hatun Sürücü in Berlin in der Nähe ihrer Wohnung erschossen. In den Mord an der jungen Mutter waren drei ihrer Brüder verwickelt. Der jüngste von ihnen, Ayhan (18), gesteht später vor Gericht ein, seine Schwester umgebracht zu haben, um die „Ordnung“ der Familie wieder herzustellen. Er wird zu neun Jahren Haft verurteilt. Seine Brüder Mutlu und Alpaslan, verdächtigt den Mord gemeinsam mit Ayhan geplant und die Tatwaffe besorgt zu haben, werden zunächst freigesprochen, setzen sich später in die Türkei ab. Sie werden seit 2007 erneut mit internationalem Haftbefehl gesucht. \Warum musste Hatun Sürücü sterben, mitten in Deutschland, in einer pluralistischen, offenen Gesellschaft? Die Dokumentation belegt: Das Leben, das die Familie Sürücü in Deutschland führte, hat mit Deutschland, wie wir es kennen, wenige Berührungspunkte. Es ist ein Leben nach konservierten traditionell patriarchalischen Regeln und Werten, ein Familienleben, in dem die Frauen nichts für sich entscheiden dürfen. Ayhan Sürücü, Hatuns Bruder, steht ganz unter dem Einfluss seines älteren Bruders Mutlu, der erst während seiner Zeit bei der Bundeswehr zum an Fanatismus grenzenden streng gläubigen Muslim wird. Mutlu befürwortet bei seinem Interview in Istanbul die Steinigung einer Frau, die Unzucht begangen hat, also außerhalb der Ehe mit einem Mann Sex hatte. Zwar lebte die Familie Sürücü mehr als 30 Jahre in Deutschland, doch kulturell kam sie nie in Deutschland an. Ayhan hat, im Glauben, die „Ehre“ der Familie wiederherzustellen, seine Schwester umgebracht. Neben Hatuns Leben ist auch sein Leben zerstört. Die Familie Sürücü, in alle Winde zerstreut, existiert nicht mehr. Ehrenmorde in Deutschland werden in der Kriminalstatistik nicht gesondert ausgewiesen. Eine im letzten Jahr erschienene erste Studie konnte in den Jahren zwischen 1996 und 2005 78 bekannt gewordene Fälle von Ehrenmord belegen. Das sind rund 12 Ehrenmorde jährlich. Ehrenmorde sind, statistisch gesehen, eine Marginalie in Deutschland, aber sie geschehen immer wieder. „Verlorene Ehre – Der Irrweg der Familie Sürücü“ wurde 2011 mit dem „Prix Europa“ in der Kategorie „Current Affairs“ (Aktuelles Zeitgeschehen) ausgezeichnet.

Schlagwörter

Ehrenmord, Ausländerproblematik, Dokumentation, Familienehre, Familienjustiz, Familienkonflikt, Integration, Kulturelle Identität, Migration, Muslime in Deutschland, Parallelgesellschaft, Persönlichkeitsrechte, Selbstjustiz, Wertekanon

Eignung

ab 14 Jahren, Klasse: 8-12/13, Erwachsene

Fächerbezug

Ethik, Politik, Religionslehre, Sozialkunde

Infos zum Film und den Materialien, Didaktisch-methodische Tipps, 3 Themenblätter, 7 Infoblätter, 7 Arbeitsblätter, 1 Szenenbilder, Themen A–Z, Medien- und Linktipps

Artikelnummer: AR02110-001
Eignung: ab 14 Jahren, Klasse: 8-12/13, Erwachsene
Sprachen: Deutsch
Onlinesignaturnummer: 5559424
Mit edukativem Arbeitsmaterial von: Gabriele Blome
Fächerbezug: Ethik, Politik, Religionslehre, Sozialkunde

Film in 11 Kapiteln
10 Szenenbilder
Extrafilm „Das Leben ist wie ein Schwert“
Videoclip „Köln
Kalk
Ehrenmord“

Für welche Klassenstufen und Altersgruppen ist „VERLORENE EHRE – Der Irrweg der Familie Sürücü“ geeignet?
Der Film eignet sich für folgende Zielgruppen:

ab 14 Jahren, Klasse: 8-12/13, Erwachsene

Inhaltlich ist er optimal auf den Lehrplan folgender Schulfächer abgestimmt:

Gesellschaftslehre, Religionslehre, Ethik / Werte und Normen, Politik / Politische Bildung

Welche Themen behandelt das Medium und welche Kompetenzen werden gefördert?
Inhaltlich stehen folgende Themenschwerpunkte im Mittelpunkt:

Ethik / Werte / Normen, Flucht / Krieg / Integration, Freundschaft / Familie, Konflikt / Gewalt

Welches Begleitmaterial ist enthalten und wer hat es erstellt?

Das didaktische Begleitmaterial wurde von Gabriele Blome erstellt und umfasst folgende Unterrichtshilfen:

  • Infos zum Film und den Materialien
  • Didaktisch-methodische Tipps
  • 3 Themenblätter
  • 7 Infoblätter
  • 7 Arbeitsblätter
  • 1 Szenenbilder
  • Themen A–Z
  • Medien- und Linktipps
Lässt sich der Film innerhalb einer regulären 45-Minuten-Unterrichtsstunde behandeln?

Mit einer Laufzeit von 43 Minuten (FSK: LEHR) empfiehlt sich die Vorführung im Rahmen einer Doppelstunde (90 Minuten) oder als fächerübergreifendes Projekt, um ausreichend Raum für Reflexion und Arbeitsphasen zu gewährleisten.

Dank der Einteilung in 6 thematische Kapitelsequenzen können auch gezielt einzelne Schlüsselszenen isoliert im Unterricht vorgeführt und analysiert werden.

Welche Ausführungen und Lizenzen stehen für Schulen und Institutionen zur Auswahl?

Erscheinungsjahr 2012.Das Medium ist und steht in folgenden Lizenzformen zur Verfügung:

  • Digital Schule/Gemeinde: Wenn Sie Lehrkraft sind oder zu einer Kirchengemeinde, einem Verein, einem Hospiz oder einer Nachmittagsbetreuung gehören und den Film im nichtgewerblichen Rahmen – etwa im Unterricht oder bei Veranstaltungen – nutzen möchten, wählen Sie bitte diese Lizenzart. Sie erhalten die Inhalte per Download oder Streaming.
  • Datenträger Schule/Gemeinde: Wenn Sie Lehrkraft sind oder zu einer Kirchengemeinde, einem Verein, einem Hospiz oder einer Nachmittagsbetreuung gehören und den Film im nichtgewerblichen Rahmen – etwa im Unterricht oder bei Veranstaltungen – nutzen möchten, wählen Sie bitte diese Lizenzart. Sie erhalten die Inhalte auf einem Datenträger per Post.
  • Datenträger Medienzentrum: Wenn Sie als Medienzentrum unsere Datenträger im nichtgewerblichen Rahmen für öffentliche Vorführungen verleihen möchten, wählen Sie bitte diese Lizenzart. Sie kann auch von Bildstellen, Mediotheken oder religionspädagogischen Ämtern genutzt werden.
  • Online-Lizenz Medienzentrum: Wenn Sie eine Online-Lizenz erwerben möchten, rufen Sie uns bitte an (030-2100549-20) oder senden Ihre Wunschliste an vertrieb@matthias-film.de. Wir erstellen Ihnen daraufhin ein individuelles, auf Ihren Bedarf zugeschnittenes Angebot.
Passt das Material in den Unterricht der Sekundarstufe I (Klassen 5 bis 10)?
Ja, der Film ist für die Sekundarstufe I didaktisch erschlossen. Er greift jugendrelevante Lebenswelten, Identitätsfragen, gesellschaftliche Konflikte und ethische Dilemmata auf. Durch die Sequenzierung und methodischen Leitfragen eignet er sich hervorragend zur Filmanalyse, für kontroverse Diskussionen und vertiefende Projektarbeiten in Mittelstufenklassen.
Ist das Medium für die Sekundarstufe II (Oberstufe, Berufsschule) geeignet?
Ja, dieses Werk erfüllt die didaktischen Anforderungen der gymnasialen Oberstufe sowie beruflicher Schulen. Es bietet vielschichtige narrative Ebenen, philosophische Fragestellungen und filmästhetische Qualität. Lehrkräfte können es ideal für vertiefende Klausurvorbereitungen, Facharbeiten oder fächerübergreifende Seminarkurse heranziehen.
Eignet sich das Medium für die Gemeindearbeit, Kinderkirche oder den Konfirmandenunterricht?
Ja, das Medium ist ausdrücklich für die außerschulische Gemeindearbeit und kirchliche Jugendarbeit ausgewiesen. Dank kompakter Laufzeiten lässt es sich ideal in 60- bis 90-minütige Gruppenstunden integrieren und liefert wertvolle theologische sowie ethische Gesprächsimpulse. Die Lizenz „Schule/Gemeinde“ beinhaltet die vollständigen Vorführrechte für die nicht-gewerbliche Nutzung im Gemeindehaus.
Kann das Material in der Erwachsenenbildung oder für Elternabende genutzt werden?
Ja, das Medium ist für die Erwachsenenbildung freigegeben. Es bietet fundierte Gesprächsanlässe für Volkshochschulkurse, Bildungsforen, Elternabende oder Weiterbildungen von pädagogischem Fachpersonal. Das Begleitmaterial liefert strukturierte Diskussionsfragen für Moderierende und Multiplikatoren.