SCHOTTER WIE HEU

Schotter wie Heu (DVD) Artikelnummer:
AR00333-001

Datenträger-Medium: DVD

In Gammesfeld, im Hohenlohe-Kreis, befindet sich die kleinste Bank Deutschlands. Die Dokumentation zeigt eine fast bizarre Welt, die ohne modernen (…)

Produktbeschreibung

Dokumentarfilm von Sigrun Köhler und Wiltrud Baier
BRD 2002, 98 Minuten, FSK: oA

In Gammesfeld, im Hohenlohe-Kreis, befindet sich die kleinste Bank Deutschlands. Die Dokumentation zeigt eine fast bizarre Welt, die ohne modernen Schnickschnack wie Computer auskommt. Fritz Vogt, seit 1967 der geschäftsführende Vorstand, ist schon 70 Jahre alt. Er ist auch der einzige Angestellte. Und wenn ein Kunde etwas vom Konto abhebt, dann nimmt der Vorstand-Kassierer-Buchführer Vogt seinen Füllfederhalter und schreibt die Summe ins Sparbuch hinein. Gerechnet wird auf einer Thales Rechenmaschine, angeschafft 1938. Die Raiffeisenbank Gammesfeld ist also etwas Besonderes, nicht nur weil sie keine elektronische Datenverarbeitung hat.

Das wirklich Einmalige an der kleinen Genossenschaftsbank mit 12 Millionen Euro Bilanzsumme ist ihre Effektivität. Ohne Rechner macht die Bank einfach mehr Gewinn, den sie an die Mitglieder weitergibt. In Gammesfeld ist der Raiffeisengedanke noch präsent: In der Bank hängt auch “zur Warnung” ein Porträt von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der vor rund 150 Jahren die Idee zur Selbsthilfe für Handwerker, Bauern und Mittelständler begründete: Gemeinsam zahlen sie in einen Topf ein, aus dem dann alle Mitglieder zinsgünstige Darlehen beziehen können. Tatsächlich hat Vogt dessen Modell nahezu eins zu eins in die Gegenwart gerettet – der Hilfsfonds ist die Bank, und die Bank ist das Dorf. Kredit erhält nur, wer einen Genossenschaftsanteil besitzt. Die Raiffeisenbank Gammesfeld weiß also, wem sie Geld gibt. Und deshalb gibt es keine faulen Kredite. Wertberichtigung ist für Fritz Vogt ein Fremdwort. Der Mann, der von sich selbst sagt, er sei Antikapitalist, will mit seiner Arbeit beweisen, dass es im Zeitalter der Globalisierung auch anders geht.

“Mehrere Monate haben die beiden Filmemacherinnen Wiltrud Baier und Siegrun Köhler, beide Absolventinnen der Filmakademie Baden-Württemberg, im schwäbischen Gammesfeld gedreht, haben das Leben im Dorf und ihre Menschen beobachtet. Man erfährt sehr viel in dieser Dokumentation, längst geht es nicht nur um die Bank, es geht auch um die kleinen Wünsche der Gammesfelder und um ihre großen Träume: Die Verkäuferin im EDEKA spart zum Beispiel für ein Auto, einen A 3. Schotter wie Heu – eine gelungene Dokumentation. Es ist, wenn man so will, ein rührendes Stück Zeitgeschichte. Ein Abbild einer anderen, unter dem Aspekt der Globalisierung fast surreal erscheinenden Welt.” (Aus einer Filmbesprechung des BR)

ab 80,25 € inkl. MwSt.

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Eignung: ab 14 Jahren, Klasse: 8-12/13, Erwachsene
Fächerbezug: Politik, Sozialkunde, Wirtschaft