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25.05.2010 – In diesem Dokumentarfilm von Rainer Fromm wird der Begriff der Ehre von verschiedenen Seiten beleuchtet. Neben dem 30-minütigen Hauptfilm sind auf der DVD unter der Rubrik „Extras“ kurze Interviews mit Expertinnen, ein Kurzfilm von Manuela Sharifiazad über die tragische Liebe zweier Jugendlicher sowie Unterrichtsmaterialien zum Thema Zwangsheirat und Gewalt im Namen der Ehre zu finden.
Während des Hauptfilms werden sehr einprägsam unterschiedliche Sichtweisen zum Ehrbegriff dargestellt. Dabei wird insbesondere auf das Thema Zwangsheirat und Gewalt im Namen der Ehre Bezug genommen. Es kommen sowohl Personen in Deutschland als auch in der Türkei zu Wort, die sehr offen von ihren Erfahrungen und Ansichten sprechen. Die ZuschauerInnen werden dadurch mit einem vielseitigen Spektrum von Meinungen konfrontiert. So eignet sich der Film ausgezeichnet, um Diskussionen in einer Schulklasse oder Jugendgruppe anzuregen.
Der Film beginnt mit Aussagen von männlichen Jugendlichen, die sich über ihr Verständnis zum Begriff Ehre äußern. Dieser Einstieg ist sehr dynamisch. Leider wird den ZuschauerInnen durch schnelle Filmschnitte wenig Zeit gelassen, sich mit den Aussagen auseinander zu setzen.
Durch die Auswahl der Einstellungen in Deutschland und den Filmaufnahmen in der Türkei ist eine subtile Verbindung zwischen der Türkei, dem Islam und Zwangsverheiratung in dem Film auszumachen. So werden häufig Frauen mit Kopftüchern gezeigt, wenn von Gewalt im Namen der Ehre die Rede ist. Es ist jedoch zu beachten, dass es sich bei Zwangsverheiratung und Gewalt im Namen der Ehre nicht um ein spezifisch religiöses oder türkisches Phänomen handelt. Ebenfalls ist anzumerken, dass es sich bei der im Film genannten Zahl von ca. 70.000 so genannten „Importbräuten“ lediglich um eine grobe Schätzung im Rahmen einer TV-Sendung aus dem Jahr 2003 handelt. Bisher existiert dazu keine repräsentative Studie.
Das Extra auf der DVD mit den Expertinneninterviews ist gut gegliedert und durch die Aufteilung in verschiedene Blöcke leicht verständlich und übersichtlich.
Des Weiteren eignen sich die Unterrichtsmaterialen sehr gut, um mit einer Schulklasse die Themen Gewalt im Namen von Ehre, Zwangsheirat aber auch Frauenrechte und das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben zu diskutieren.
Insgesamt handelt es sich um einen sehenswerten Film, der sich sowohl für Schülerinnen und Schüler, als auch für andere am Thema interessierte Personen ausgezeichnet als Einsteig in die Thematik eignet.











