„9 Leben“ – ab sofort erhältlich!

„9 Leben“ – ab sofort erhältlich!

15.06.2012 – „9 Leben“, so lautet die Dokumentation der Filmemacherin Maria Speth. Sieben Jugendliche schildern vor karger Kulisse ihre Schicksale; sieben junge Menschen, die die Straße ihr Zuhause nennen oder zumindest sagen: „Besser als zu Hause ist es allemal“.

Die Jugendlichen kommen zu Wort, sprechen in die Kamera, und obwohl sie auf Fragen antworten, sind die Fragen Nebensache, meistens nicht einmal hörbar. Die Antworten interessieren, die Geschichten und Gedanken, die Wünsche und Ängste der fünf Mädchen und zwei Männer, die sich hier haben fragen lassen. Und man hat den Eindruck, sie erzählen gern. Und vor allem: Sie haben etwas zu erzählen. Etwas, das jeden angeht, der Kinder hat, und jeden, der jugendlich ist und drauf und dran, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Die Porträts der Jugendlichen hinterlassen Traurigkeit: so viele Hoffnungen und Enttäuschungen! Und was hätte alles werden können, wenn, ja, wenn die Umstände anders gewesen wären: etwas mehr Achtsamkeit, Verantwortung, Liebe vonseiten der Familie …

Jugendliche diesseits und jenseits des Bildschirms können in diesem Film einander auf Augenhöhe begegnen. Das ist schwierig und aufregend zugleich. Schwierig, weil die Zuschauenden nichts „tun“ können, aufregend, weil sie entdecken mögen, wie viel Ähnlichkeit es da gibt zwischen deren Träumen und den eigenen …

In einer Zeit, wo eines der Bildungsziele der Schulen heißt, Empathie zu schulen, ist das gewiss eine wichtige Übung. Zudem geht es um jugendliches Leben, um Gegenwart und Zukunft. Kein Film zur „Abschreckung“ wird hier präsentiert, aber einer zum existenziellen Nachdenken. Worauf baue ich, was treibt mich? Und wo will ich hin? – Unbedingt empfehlenswert – an welcher Schule auch immer.

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